Die Sichtung
Bericht:
Am Freitagabend und Samstag den 03.09.2005 nahmen Dieter Corsten aus NRW und Bernhard Fick aus Hessen die Sichtung ab.
Die überraschend hohe Teilnehmerzahl und Verena, die aufgrund dienstlicher Notwendigkeiten am Samstag nicht teilnehmen konnte, machte es notwendig schon Freitagabend mit der Sichtung zu beginnen.
Bei der Sichtung geht es darum, festzustellen, ob die Kenntnisse, Fertigkeiten und der Umgang mit den gebräuchlichen Werkzeugen der Reiterei dem eines angehenden Ausbilders entspricht.
Denn dies sind die Voraussetzungen, um nach einem halben Jahr mit etlichen Lehrgangswochenenden die Prüfung zu bestehen. Der Lehrgang soll den Teilnehmern in erster Linie das Lehren beibringen.
Das heißt natürlich nicht, das man für sich selbst nichts dazulernt. Im Gegenteil - bei der Sichtung festgestellte leichtere Mängel, können und sollen durchaus im Lehrgang berücksichtigt und vermittelt werden.
Die Teilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Reitweisen und brachten völlig unterschiedlich ausgebildete Pferde mit. Manche benötigten Leihpferde, die wir gerne zur Verfügung stellten. Leider haben wir privat zu viele Pferde, als das sie alle durchweg rittig und durchlässig sein könnten. Daher kamen zwei Teilnehmer schon am Mittwoch, bzw. Donnerstag um sich mit ihren Leihpferden Nizma und Dahaby schon einmal auseinanderzusetzen.
Es waren Pferde dabei, die am Anfang einer Ausbildung standen und Pferde, die schon sehr lange, sehr gut geritten werden. Aber, soweit ich beobachten konnte, gingen alle sehr ruhig und verständnisvoll mit ihrem Partner Pferd um. Natürlich waren die Nerven schon sehr angespannt. Dies führte vor der Sichtung schon zu dem ein oder anderen Streitgespräch zwischen Pferd und Reiter. Während der Sichtung aber, war davon nicht mehr soviel zu spüren.
Gut, manche Pferde hatten einfach keine Lust. Hier ein Beispiel von einem netten, schottischen Highlander, der, für ihn eigentlich untypisch, beim Longieren plötzlich den Rückwärtsgang einlegte und so den Platz verließ.
Schön zu sehen, wie die Situation von seinem Herrn souverän gemeistert wurde. Trotz dieses Zwischenfalls, beendete er die Übung erfolgreich.
Video anschauen
Verena Jakoby, Michaela Mathy und ich, waren dann aus organisatorischen Gründen schon am Freitag spätnachmittag dran. Wir begannen mit dem Führen.
Die Hindernisse der Führaufgabe hatte ich schon am Mittwoch in der Halle aufgebaut. Sofern das Wetter mitspielen würde, war die Idee, das Führen in der Halle und Reiten und Longieren auf dem Platz durchzuführen.
Abb.1
Führaufgabe:
Am Freitagabend bemühten wir uns noch die Führaufgabe genau auszuführen. Hier ein Ausschnitt aus meinem Führen als Beispiel:
Beispielvideo
Leider war das Führen der einzige Glanzpunkt in meiner Nummer an diesem Freitag. Das Reiten und Longieren, das morgens noch sehr harmonisch funktionierte, verlief dann am Nachmittag nicht mehr so störungsfrei.
Die Themen des Kurzvortrages waren: Reiten im Strassenverkehr, Putzen des Pferdes, Satteln des Pferdes.
Das Los wies uns die Themen zu. Verena begann mit dem Reiten im Strassenverkehr, Michaela referierte über das Putzen und ich "sattelte" dann in meinem Vortrag.
Hier Ausschnitte von Verenas Vortrag, in dem sie auch die unangenehmen Begleiterscheinungen des Reitens im Strassenverkehr erfrischend unkompliziert erläuterte. Die Lacher waren alle auf ihrer Seite, Scheiße hat auf der Strasse nichts zu suchen!
Beispielvideo.
Ich denke wir alle hatten mit den unterschiedlichsten Schwierigkeiten zu kämpfen. Meine Pia ging in jeder Gangart nur in Außenstellung am Trail Tor, das bei meinem Ritt abgebaut in der einen Ecke des Reitplatzes stand, vorbei. Als dann unser Marek beim Filmen mit der Kamera noch in Hockstellung an der Bande saß und der Kater Senator noch unter der Bande aus dem Gebüsch erschien, war es aus mit der Harmonie.
Verena hatte mit dem, von einer Freundin geliehenen Pferd auch zu kämpfen und Michaela hatte einen Frischling mitgebracht, der erst vor ein paar Monaten angeritten wurde.
Es reichte dann aber Gott sei Dank bei uns allen Dreien, die begehrte Empfehlung zu erlangen.
Verena reiste direkt nach der Endbesprechung ab, da sie bereits um 3.00 Uhr Nachts ihren Dienst beginnen musste und Michaela fuhr mit ihrem Freund, der sie begleitet hatte, auch nach Hause.
Ich war froh es schon hinter mir zu haben, da es doch ziehmlich stressig ist, für die Organisation verantwortlich zu sein und gleichzeitig noch mitzumachen. Dazu lag noch meine arme Frau Jutta mit Nierenbeckenentzündung und 40 Fieber im Bett. Dabei hatte sie am Samstag auch noch Geburtstag. Nicht genug, dass der Sichtungstermin gezwungenermaßen auf diesem Termin lag, jetzt auch das noch.
Es war wirklich ein Glück, dass die Teilnehmer doch alle sehr selbständig waren und mithalfen wo sie konnten. Ein großes Lob dafür. Auch der Ablauf ging reibungslos, friedlich und schnell vonstatten, ohne das irgend jemand in Hektik ausbrach.
Mein besonderer Dank gilt Sonja Schmid und Heike Uthmann. Ohne die beiden, die auch jeweils ein Kind mitbrachten, hätte ich nicht gewusst, wie wir unsere Rasselbande hätten bändigen sollen.
Da noch Zeit war, begannen die anderen Teilnehmer mit dem Führen. Je mehr wir heute noch durchschleusen konnten, desto weniger stressig würde der morgige Samstag werden.
Für den Samstagmorgen erwarteten wir noch Gine Walther, Suse Hartmann und Inge Weixler. Alle anderen Teilnehmer (Infos über die Teilnehmer) waren bereits da.
Leider hatte Martina Dohmgörgen kurzfristig absagen müssen und Gine erschien auch nicht. Es kamen dann noch Suse und gegen Mittag auch Inge.
Durch die vorgezogenen Prüfungen am Freitag war der Samstag dann, zumindest zeitlich gesehen, eine lockere Sache.
Hier einige Beispiele:
Sonja beim Longieren
Heike beim Reiten
Heike bei den Trail Aufgaben
Im Endeffekt bekamen, bis auf einen, alle Teilnehmer die Empfehlung ausgesprochen.
Laut den Prüfern lagen die Leistungen bei dieser Sichtung sehr hoch. Mindestens die Hälfte der Teilnehmer bewegten sich schon auf Prüfungsniveau.
Allerdings ist dies auch notwendig, da durch die letzten Änderungen der ARPO auch die Messlatte um einiges höher gelegt wurde.
Jeder Teilnehmer erhält eine DVD mit seiner kompletten Aktion.
Hier nochmal die verlangten Inhalte der Sichtung in Kurzform:
I. Kurzreferat: Thema wird bei der Sichtung bekannt gegeben, aus dem Bereich PHP.
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Dauer ca. 3 min, + 2 min Fragen. Kein Einsatz von Medien, außer Tafel oder Flipchart.
II. Führaufgabe:
Für alle wird ein gleicher Parcour mit einer Auswahl an folgenden Aufgaben aufgebaut:
Die Aufgaben können in beliebiger Reihenfolge durchgeführt werden.
(Abwandlungen der Aufgaben durch Anordnung der Prüfer sind möglich)
- Antreten, Anhalten
- Slalom in Schritt / Trab
- über Stangenfächer
- über 30 cm hohes Hindernis
- Rückwärts durch Stangen-L
- Labyrinth
Dauer ca. 5 min
Hilfsmittel: Halfter, Führstrick, Gerte
III. Longieren:
(ohne Ausbinder, die Wahl des Halfters, Kappzaumes oder Zaumzeugs liegt beim Vorführenden)
auf beiden Seiten ist zu zeigen:
- Antreten, Anhalten
- Schritt,
- Zirkeldurchmesser verändern im Schritt
- Trab
- Galopp
- Traben über 4 Stangen
Dauer ca. 10 min,
IV. Reitaufgabe:
Nach einer eigens sinnvoll aufbauend zusammengestellten Kür die folgende Punkte beinhalten muss:
- Einführen in die Bahn
- Aufsteigen von rechts, mind. 10 sec. still stehen.
- Anreiten im Schritt
- Volten, Kehrtvolten im Schritt
- Anhalten, anschließend Rückwärtsrichten
- Antraben
- Volten und Zirkel im Trab mit Handwechseln
- Durchparieren zum Halt
- Angaloppieren aus dem Schritt und aus dem Trab
- Tempowechsel im Trab: schneller, langsamer
Diese Pflichtlektionen sind einzubauen:
- Schlangenlinien durch die ganze Bahn im Schritt, einhändig geritten
- Seitwärtstreten im Schritt auf beiden Seiten
- Trailaufgaben nach Vorgabe, z.B.
- Rückwärts durch L,
- Öffnen und Durchreiten und Schließen eines Tores
- Treten über ein 30 cm hohes Hindernis
- Sprung ca. 60 cm
- Traben über Stangenfächer
Die Reitaufgabe war zeichnerisch darzustellen, eine Angabe der Bahnpunkte war nicht notwendig.
Eine tabellarische Auflistung der Reihenfolge der Aufgaben war anzufertigen.
Beides war in 3-facher Ausführung mitzubringen.
Dauer ca. 15 min.
Abschlussbesprechung
- Selbst- und Fremdeinschätzung der gezeigten Leistungen.
- Darstellung der Stärker und Schwächen
- Empfehlungen zur weiteren Entwicklung
Dauer ca. 10 min
Gesamtdauer je Teilnehmer ca. 45 min. + allgemeine Besprechungszeit.
Solltet Ihr weitere Fragen haben, wendet Euch nur an Manfred Reiss unter 06439 / 9010840 oder Silke Dehe unter der 06772 961344.